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Tipps & Tricks

So begleitest du deine Kinder richtig im Internet

Der Erstkontakt mit dem Internet erfolgt immer Früher. Umso wichtiger ist eine frühzeitige Aufklärung über den verantwortungsbewussten Umgang damit.

Wie ihr als Eltern eure Kinder im Internet schützen könnt

Das World Wide Web ist für viele von uns eine große Hilfe im Alltag und für viele nicht mehr wegzudenken. Gerade unsere jüngsten, die Kinder kommen immer früher damit in Kontakt. Da das Internet leider auch seine Tücken hat und Themen, Bilder Videos etc. beherbergt, die definitiv nichts für Kinder sind. 

So haben wir in diesem Artikel ein paar Hilfestellungen zu diesem wichtigen Thema für euch zusammengesucht um ein möglichst optimalen Start mit dem Internet zu bekommen. 

Des'ree mit You Gotta Be

90er Hits

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Die passende Musik in einer Playlist. Hier reinhören.


Es läuft:
Des'ree mit You Gotta Be

7 Tipps zum verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet

1. Sich mit dem Thema Medien insb. social Media auseinandersetzen- wie sieht mein Konsum aus? 
Um den eigenen Kindern im Internet eine Stütze zu sein ist es immer hilfreich sich mit der Materie selbst zu beschäftigen. Dabei hilft es sich auch mit dem eigenen Konsum auseinanderzusetzen, sollte dieser vorhanden sein. Um sich mit dem Thema zu beschäftigen kann man auch anonyme Konten erstellen und muss sich nicht mit den eigenen Daten anmelden. 

2. Warum Verbote wenig hilfreich sind
Ein Verbot von Medienplattformen ist meist keine gute Alternative, da gerade das "Verbotene" spannend ist und mehr Neugierde weckt. Zudem werden in der Peergruppe mehr Kinder sein, die Zugriff auf diese Medien haben und das führt häufig zum Ausschluss des eignen Kindes. 

3. Durch Vertrauen - Weg von Verboten
Weg von Bestrafungen wie Handyentzug oder Internetverbot bei Fehlverhalten im Internet. Dies führt eher dazu, dass sich die Kinder nicht nochmal anvertrauen und dadurch mögliche Risiken entstehen. Versucht lieber mit den Kindern gemeinsam aus den Fehlern zu lernen, um so ein gesundes vertrauen zu schaffen

4. Internetregeln definieren und vereinbaren 
Regeln, die im echten Leben helfen wie: "Steige nicht in fremde Autos ein", lassen sich perfekt ins Onlinemedium übertragen, wie: "schreibe nicht mit Fremden" im Chat. Zudem lassen sich auch Internetzeiten und Länge festlegen. Im Fall der Fälle kann man sich immer auf den einvernehmlichen Vertrag beziehen. 

5. Über mögliche Folgen informieren
Viele Jugendliche sind sich oft nicht über die möglichen Konsequenzen bewusst, die bei Streaming von Filmen oder downloaden von Musik auf dubiosen Seiten entstehen können. Meist betreffen die Folgen sie auch gar nicht selbst, sondern den Geldbeutel der eignen Eltern.

Um dem bestmöglich aus dem Weg zu gehen, ist es umso wichtiger die eigenen Kinder darüber aufzuklären welche Konsequenzen es gibt.
So ist es sehr nützlich zu verstehen, dass ein „simpler“ Klick auf bspw. einen Werbebanner zur altbekannten Abofalle führen kann. 

Die Entwickler solcher Fallen werden natürlich auch immer gerissener, so ist ein Aufklären absolut nötig, jedoch kann ein Sperren der Mehrwertdienste im Handyvertrag der eigenen Kinder, als Vorsichtsmaßnahme eine gute Unterstützung sein.

6. Jugendschutzfilter helfen bei unerwünschten Inhalten
Die Implementierung eines Jugendschutzfilters kann eine gute Unterstützung bei der Fernhaltung unerwünschter Inhalte vor den Kindern darstellen.
So werden Gewalt-, Hass- und Pornoseiten direkt herausgefiltert und können in den Suchergebnissen nicht mehr auftreten.

Die Internetseite - https://www.jugendschutzprogramm.de hat noch weitere gute und hilfreiche Tipps zu diesem Thema und entsprechende Software, die man herunterladen kann.

Bei Tablets und Handy gestaltet sich der Jugendschutz etwas schwieriger - hier lassen sich jedoch über wenige Klicks die Ortungsdienste ausschalten, Apps löschen und Änderungen am eignen Benutzerkonto durchführen.

7. Sich trauen Hilfe zu suchen
In der Theorie ist meist für alles gesorgt und für Notfälle ist vorgesorgt - in der Praxis kann es jedoch ganz anders aussehen.
Es können Situationen entstehen, die sowohl für die Kinder als auch die Eltern absolut überfordernd sind. Sich hier Hilfe zu suchen ist vollkommen okay und sehr ratsam. Also bitte keine Scheu!

  • Telefon: 0800 111 0550 - „Nummer gegen Kummer“ - für besorgte Erwachsene & Kinder, die sich den Eltern oder anderen Personen anvertrauen wollen - alles Anonym
  • Telefon: 0800 111 0333 - unter dieser Nummer stehen erwachsene, wie auch jugendliche Berater zur Verfügung

Thema Mobbing:

Das Mobbing strikt unterbunden werden muss, sollte klar sein. Leider bietet das Medium Internet ein noch breiteres Spektrum und bietet Schutz in der Anonymität.
Es ist daher unerlässlich so schnell wie möglich zu handeln, sollte ein Verdacht auftreten. Alles in Absprache mit dem eigenen Kind.

  • Die Melde- und Blockierfunktion der jeweiligen Apps sollte ein bewährtes Mittel bei Cybermobbing darstellen
    - Der Austausch mit Eltern kann sinnvoll sein und Ideen oder einfach sein Leid auszutauschen
    - Kommentare, Nachrichten oder Bilder sollten über Screenshots archiviert werden
  • Die App „Cyber-Mobbing Erste Hilfe“ ist eine EU-Initiative mit verschiedensten Anregungen und Hilfestellungen bezüglich Cyber-Mobbing
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Weitere hilfreiche Internetseiten zum Schutz im Internet

1. Youtube - das bekannte Videoportal bietet auch eine kinderfreundliche Seite an.
Youtube-Kids kann als App geladen werden oder als Standard-Youtubeseite eingestellt werden. 

2. Auf der Internetseite https://www.schau-hin.info/surfen#sec4374 gibt es ein tolles Quiz für euch als Eltern, um das eigene Wissen bezüglich Schutz im Internet zu überprüfen. Zudem gibt es weitere interessante Inhalte, wie Grundlagen - Sicherheit & Risiken - Tipps & Regeln - Studien

3. Unter www.internet-abc.de finden Kinder, Eltern und Lehrkräfte tolle spielerische Möglichkeiten den Umgang mit dem Internet zu lernen oder zu vermitteln. 

4. "fragFINN" ist eine Kindersuchmaschine, die Kindern bis zu 12 Jahren einen sicheren Surfraum anbietet. Hier können nur kindergerechte und von Medienpädagogen abgesegnete Internetseiten angesteuert werden. 

"fragFINN" gibt es auch kostenlos im App- und im Playstore zum Download. 

 

Thema Challenges auf Social Media

Zum Schluss noch ein Thema welches im Laufe der Zeit an mehr Popularität zugenommen hat. Challenges auf Social Media. 
Der Wunsch nach Likes, Anerkennung und Selbstdarstellung ist groß. Darüberhinaus kann der Wunsch nach Verbundenheit in seiner Peergroup auch mehr Kinder & Jugendliche dazu verleiten an diversen Challenges online teilzunehmen. Im Kern sind solche Challenges etwas positives und kann auf tolle Themen aufmerksam machen. Wie damals die "Ice Bucket Challenge" - die auf die Nervenkrankheit "ALS" aufmerksam gemacht hat. 

Es kommen aktuell immer mehr Challenges auf, gerade auf Plattformen wie "Tiktok", die sehr gefährlich werden können. Ohne eine Panik zu verbreiten - soll dieser Absatz lediglich darüber informieren um mehr Bewusstsein für solche Challenges zu schaffen und einen Umgang damit zu finden ohne sein Kind zu sehr einschränken zu müssen:

  • Bleibt bestenfalls "uptodate" auf den Social-Media-Plattformen und im Austausch mit eurem/en Kind/Kindern, um bei Bedarf die Challenge einschätzen und mit den Kindern / dem Kind bewerten zu können
  • Erwähnt, dass diese Challenges oftmals "fake" sind und nicht der Realität entsprechen 
  • Ermutigt eure Kinder und Jugendlichen das sie immer kritisch hinterfragen
  • Versucht eure Kinder darin zu bestärken sich und andere unter keinen Umständen einer Gefahr auszusetzen, oder bei einem vermeintlichen Gruppendruck sich überreden zu lassen 
  • Macht eure Kinder und Jugendliche darauf aufmerksam, dass das Teilen von solchen Inhalten - selbst bei eigener nicht-durchführung schädlich für andere werden kann aufgrund Verbreitung solcher Inhalte. 
  • Informiert andere Elternteile und Klassenlehrer/innen bei Entdeckung gefährlicher Challenges um ein breites Bewusstsein dafür zu schaffen. 
  • Selbstgefährdende Internet-Challenges sollten bei internet-beschwerdestelle.de oder jugendschutz.net, wie oben schon beschrieben, unbedingt gemeldet werden. 
  • Unterlasst bitte das öffentliche Teilen und Aufmerksam machen solcher gefährlichen Challenges, da dies lediglich die Verbreitung fördert.
  • Bleibt offen gegenüber Challenges und verurteilt sie nicht aus Pauschalität. Helft euren interessierten Kindern und Jugendlichen dabei, sichere und somit bessere Challenges zu finden.