Stromausfall Berlin
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Stromausfall im Südwesten Berlins

Zehntausende Menschen sind weiter ohne Strom. Krisenexperte Albrecht Broemme erklärt, was dahintersteckt und was jetzt wichtig ist.

Stromausfall Berlin
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Stromausfall im Südwesten Berlins: Was jetzt wichtig ist

Ein großflächiger Stromausfall betrifft weiterhin den Südwesten Berlins. Auch mehrere Tage nach dem ersten Ausfall sind zehntausende Menschen noch immer ohne Strom. Haushalte, Geschäfte und Einrichtungen sind eingeschränkt, die vollständige Wiederherstellung der Versorgung wird nach aktuellem Stand erst im Laufe des Donnerstags erwartet.

Vielleicht bist auch Du direkt betroffen – oder hast Dich gefragt, wie so etwas in einer Großstadt überhaupt passieren kann. Wie stabil ist unsere Stromversorgung? Und wie gut sind wir auf solche Situationen vorbereitet?

Um das einzuordnen, haben wir mit Albrecht Broemme gesprochen. Er war viele Jahre Präsident des Technischen Hilfswerks und bringt viel Erfahrung aus dem Krisenmanagement mit. Seine Einschätzungen helfen, die Lage nüchtern einzuordnen – ohne Panik, aber mit klarem Blick auf die Realität.

1. Warum ihn der erneute Stromausfall nicht überrascht hat

Broemme sagt, er war überrascht, dass es nach Köpenick schon wieder passiert ist – diesmal in einem anderen Teil Berlins. Gleichzeitig war ihm sofort klar: Bis der Strom wieder komplett da ist, wird es länger dauern.

2. Warum zu viel Transparenz bei sensiblen Daten gefährlich sein kann

Digitalisierung hat Vorteile, sagt Broemme – aber auch klare Nachteile. Heute könnten sich sogar Täter oder Laien Informationen besorgen, die nicht in öffentliche Hände gehören. Er beschreibt Szenarien, wie man Berlin theoretisch über längere Zeit lahmlegen könnte, und hält den ausgelösten Katastrophenalarm für richtig.

3. Seine Forderung: weniger Online-Details, mehr Schutz für verletzliche Punkte

Broemme fordert, nicht mehr alle Stromleitungen und Verbindungswege detailliert online zu zeigen. Außerdem sollten besonders anfällige Stellen besser überwacht werden – zum Beispiel mit moderner Videoüberwachung, um früh eingreifen zu können.

4. Was jetzt ausgewertet werden muss – und wo er ein großes Problem sieht

Für Broemme ist klar: Jetzt braucht es „Lessons learned“. Ein deutlich kürzerer Ausfall wäre kaum möglich gewesen, weil die Reparatur sehr komplex ist. Kritisch sieht er vor allem die Information der Bevölkerung, wenn Menschen ohne Strom ausgerechnet auf Internetseiten verwiesen werden.

5. Wie er das Notfallmanagement einschätzt

Insgesamt sagt Broemme: Das Notfallmanagement ist gar nicht so schlecht gelaufen. Gleichzeitig macht er auf Probleme für Haustiere und besonders schutzbedürftige Menschen aufmerksam. Sein Appell bleibt: Nachbarn helfen Nachbarn – das klappt in Berlin oft gut.

6. Warum die Reparatur Zeit braucht – und die frühe Ansage trotzdem richtig war

Broemme lobt, dass Berlin Netz noch eigene Entstörungstrupps hat. Trotzdem könne vor Ort immer nur ein kleines Team arbeiten, bei Kälte und unter schwierigen Bedingungen. Die Aussage „bis Donnerstag“ sei keine schöne, aber eine ehrliche Nachricht gewesen.

7. Wie Du Dich zu Hause vorbereiten kannst

Broemme empfiehlt einfache Vorsorge: Taschenlampen (gern auch mit Kurbel), ein Kurbelradio, wichtige Unterlagen griffbereit und Medikamente für etwa zehn Tage. Gerade bei Stromausfällen sind auch Apotheken geschlossen.

8. Seine klare Worte zur „Vulkangruppe“

Zum Schluss spricht Broemme über die sogenannte „Vulkangruppe“. Seine Haltung ist eindeutig: Für solche Aktionen hat er keinerlei Verständnis. Das sei kein legitimer Protest, sondern schade direkt der eigenen Bevölkerung.

Albrecht Broemme
Albrecht Broemme

Wer ist Albrecht Broemme?

Albrecht Broemme war viele Jahre Präsident des Technischen Hilfswerks und zuvor Leiter der Berliner Feuerwehr. Er war für zahlreiche Einsätze bei großen Schadenslagen verantwortlich und gilt als erfahrener Experte für Krisen- und Katastrophenschutz. Auch im Ruhestand wird er regelmäßig zu aktuellen Lagen gehört.

Einordnung zum Schluss

Der Stromausfall im Südwesten Berlins zeigt, wie abhängig unser Alltag von funktionierender Infrastruktur ist. Gleichzeitig macht die Einordnung von Albrecht Broemme deutlich: Solche Situationen lassen sich bewältigen – mit Vorbereitung, klaren Abläufen und guter Information.

Für Berlin heißt das: Stromausfälle können auch in Zukunft auftreten. Umso wichtiger ist es, aus der aktuellen Lage zu lernen und die richtigen Schlüsse für die Zukunft zu ziehen.