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Lautgewordene Freiheit:

Die besten Instrumente für frischgebackene EFH-Besitzer

Selbst im engbebauten Neubaugebiet sind die Nachbarn wenigstens einige Meter weit weg. Ideal für alle, die schon immer ungestört musizieren wollten.

Die Mehrheit der Deutschen lebt zwar in Mietwohnungen mit mehreren Nachbarn unter einem Dach. Aber was Musiker anbelangt, sind solche Mehrparteienhäuser alles andere als ideal. Zwar ist Üben hier prinzipiell höchstrichterlich gestattet, aber es gibt nun mal Instrumente, die sich kaum vernünftig leise spielen lassen – und bei Dauerzwist mit den Nachbarn hilft es nur wenig, das Recht auf seiner Seite zu haben.

Glücklich können sich deshalb alle schätzen, die als Mieter oder Besitzer in einem Einfamilienhaus leben. Natürlich gelten auch dort gewisse Lärmschutzregeln. Aber wenn die nächsten Nachbarn einige Meter entfernt wohnen und dazwischen nicht nur dicke, heutzutage gut isolierte Außenwände, sondern auch eine Menge Luft liegen, ist das Streitpotenzial um ein Vielfaches geringer.

Doch welche Instrumente bieten sich denn an, wenn man es als einzige Bewohnerpartei des Hauses nun lauter angehen lassen kann? Wir haben uns in der Welt der ziemlich lauten (und kaum leise spielbaren) Instrumente umgesehen und liefern nicht nur gute Gründe, um sie zu spielen, sondern auch ihre Lautstärke.

 

Kurzes zum Thema Lautstärke und Schalldruck

Lautstärke wird zwar in absoluten Zahlen angeben – genauer gesagt in Dezibel (dB), der offiziellen Einheit für Schalldruck. Dabei handelt es sich jedoch immer um einen relativen Wert.

Wie laut ein Instrument ist und wirkt, unterscheidet sich deshalb nicht zuletzt danach, wie weit entfernt und in welchem Winkel ein Zuhörer dazu steht. Ebenso spielt es eine Rolle, wie groß oder klein der Raum ist. Und nicht zuletzt hat das eigene Empfinden einen gewissen Anteil: Fast jeder Mensch hat eine persönliche Schwelle dessen, welche Tonfrequenz in welcher Lautstärke er noch als angenehm oder schon zu laut empfindet.

Die folgenden Werte der Instrumente sind deshalb immer nur Zirka-Angaben. Ob sich Nachbarn tatsächlich gestört fühlen können, hängt dabei beispielsweise schon davon ab, ob man im Keller übt oder im Wohnzimmer.

Wichtig: Eine große Lautstärke beim Spielen mag zwar cool sein, aber wer seinen Ohren nicht schaden will, sollte trotzdem dabei einen Gehörschutz tragen. Ganz besonders, wenn er nicht in einem sehr gut schallschluckenden Raum übt.

Doch nun genug der Theorie. Es folgen die besten Instrumente für Einfamilienhausbewohner.

artikel_trompete
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Trompete (115 dB)

Das wohl bekannteste Blechblasinstrument dürfte vielen als erstes in den Sinn kommen, wenn das Thema „laute Instrumente“ heißt. Das gilt übrigens auch für einen technisch engen Verwandten in Form des Flügelhorns. Beide Instrumente haben einen sehr ähnlichen Aufbau, unterscheiden sich nur im Sound – das Flügelhorn klingt weicher als die Trompete.

Doch warum diese beiden Instrumente? Ganz einfach: Weil sie musikalisch sehr vielfältig sind. Die Spanne reicht von Blasmusik über klassische und neoklassische Musik bis hinein in die riesige Welt von Big Bands, Swing, Jazz, Blues und sogar Popmusik. Außerdem sind Trompete und Flügelhorn knifflig zu erlernen und haben eine lange Lernkurve – genau das Richtige für jemanden, der gerade einen vielleicht lebenslangen Wohnsitz bezogen hat.

Artikel_dudelsdack
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Dudelsack (140 dB)

Wenn Dudelsäcke erklingen, dann spalten sich die Zuhörergruppen. Viele bekommen eine wohlige Gänsehaut, denken an schottische Highlands. Andere hingegen würden sich vielleicht am liebsten die Ohren zuhalten – und das nicht nur wegen der Lautstärke.

Ja, der Dudelsack polarisiert. Und er ist in fachkundigen Händen wirklich nicht zu überhören – erneut nicht nur wegen der Lautstärke. Doch wer diesem Sound etwas abgewinnen kann, der findet hier ein Instrument, das schon in vorchristlichen Jahrhunderten in nahezu baugleicher Form gespielt wurde.

Das bedeutet zudem: Es muss nicht unbedingt klassische schottische Musik sein. Dudelsackspieler finden sich heutzutage in mittelalterlich angehauchten Bands ebenso wieder wie als äußerst charakteristische Untermalung in diversen Rockbands zwischen Korn und den Dropkick Murphys.

Eiffel 65 mit Blue (Da Ba Dee)

90er Hits

90er Hits

Der perfekte Stream für alle, ob Mieter und Eigenheimbesitzer! 


Es läuft:
Eiffel 65 mit Blue (Da Ba Dee)
artikel_saxophon
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Saxophon (95 dB)

Das Saxophon. Ein Instrument, das schon so manche Wette gewonnen hat – bei der Frage danach, ob es ein Blech- oder Holzblasinstrument sei (tatsächlich ist letzteres der Fall). Allerdings sollten Einfamilienhausbewohner sich definitiv nicht nur aus derart trivialen Gründen das Saxophon näher anschauen.

Es mag vielleicht nicht der Lautstärken-Gipfel dieses Texts sein. Dafür aber dürften Saxophone mit Sicherheit zu den größten Ohrenschmeichlern gehören. Ein warmer, süßer Klang, der jedoch bei Bedarf ebenso heiß röhren kann, um etwa Rock ´n´ Roll zu unterstützen. Von Kammermusik über Jazz und Blues und zahlreiche Pop-Balladen (nicht nur mit 80s-Touch) ist deshalb eine große Bandbreite an Stilen möglich. Noch nicht Grund genug? Dann vielleicht das: Saxophonisten befinden sich in sehr prominenter Gesellschaft.

Artikel_posaune
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Posaune (115 dB)

Die Posaune kann nicht nur mit Spitzenlautstärken aufwarten, die in typischen Wohnungen von Mehrparteiengebäuden die Nachbarn stören. Sie ist obendrein durch ihre Bauweise (zumindest bei der bekannten Zugposaune) und die nötige Spieltechnik nicht gerade ein Instrument, das sich platzsparend spielen lässt – ausgezogen bringt es eine typische Tenorposaune auf gut und gern 125 Zentimeter.

Erneut kann man hier anmerken, wie vielfältig dieser tiefe, warme Sound eingesetzt werden kann – bis hin zu fröhlichem Ska. Allerdings ist es in spielerischer, klanglicher Hinsicht noch etwas anderes, was Posaunen interessant macht: Die Zugposaune kann durch die stufenlose Verstellbarkeit die Tonhöhe gleitend justieren. Dieses sogenannte Glissando ist bei den Blechbläsern einzigartig, klingt sehr aufsehenerregend und macht richtig Spaß beim Spielen.

Apropos Spielen: Posaunen mögen zwar nicht einfacher zu erlernen sein als Trompeten. Allerdings lässt es sich nicht von der Hand weisen, dass sie es gerade echten Neulingen ein Stück leichter machen und schnellere Erfolgserlebnisse gestatten.

Artikel_cello
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Cello und Kontrabass (100 dB)

Die beiden größten Vertreter der üblichen Streichinstrumente sind ebenfalls keine Platzsparer, die sich für kleine Wohnungen eignen – zumindest nicht in ihren gängigen Korpusformen. Dafür aber liefert besonders das Cello einen Klang, bei dem sich bei vielen Menschen automatisch die Nackenhaare aufstellen und so manche Augen feucht werden.

Dieser unglaublich warme Klang, der beim Streichen des Bogens über die Saiten entsteht, ist für viele Menschen emotionaler Musikgenuss in Bestform. Und beim nochmals größeren Kontrabass kommt noch die Möglichkeit hinzu, die Saiten ganz gezielt zu zupfen.

Spätestens damit verlassen diese Streichinstrumente das Gebiet der klassischen Musik und betreten das von Rockabilly und ähnlichen rockigen Stilrichtungen. Und wohl kein echter Metal-Fan dürfte nicht wissen, wie die Legenden von Metallica unter anderem bei der Unplugged-Version ihres Welthits „Nothing else matters“ klingen – kräftig untermalt von sehr vielen

Artikel_schlagzeug
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Schlagzeug (> 125 dB)

Es gibt in Deutschland zwar keine Statistiken darüber, wie viele lautstärkebezogene Gerichtsverhandlungen für verschiedene Instrumente geführt werden. Es braucht jedoch nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, dass das Schlagzeug dabei einen ziemlich prominenten Platz belegen dürfte.

Ähnlich wie bei den meisten anderen Instrumenten in diesem Text hat das Schlagzeug ein Grundproblem: Wenn es um ein effektives Üben und vollwertigen Klang geht, dann gibt es nun einmal keine Alternative für die Musiker zum richtigen „Loslegen“. Jeder Schlagzeuger wird das bestätigen können. Mit dämpfenden Pads oder beispielsweise einem Jazzbesen spielt es sich einfach nicht so, wie es bei Konzerten notwendig ist.

Doch warum das Schlagzeug für EFH-Bewohner? Dafür gibt es letztlich vier gute Gründe:

  1. Es gibt (einige vollelektronische Genres vielleicht abgesehen) keine Musikrichtung, die ohne Drums auskäme – egal, in welcher Konstellation. Damit sind Schlagzeuger noch vielfältiger einsetzbar als beispielsweise E-Gitarristen (die den Vorteil haben, via Verstärker und Kopfhörer für Außenstehende flüsterleise spielen zu können). Kein Drummer muss sich auf einen Stil festlegen.
  2. Selbst, wer sein Haus ohne Keller bewohnt, muss darin kaum befürchten, nicht genügend Platz für dieses fraglos „raumfüllende“ Instrument zu finden.
  3. Schlagzeugspiel erfordert und trainiert eine sehr komplexe Motorik und Koordination, da hier buchstäblich mit vollem Körpereinsatz gespielt wird – je nach Schlagzeug sind immer beide Arme und mindestens ein Fuß ständig beteiligt.

Und auch das: Wer aktiv Drums spielt, der kann sich das Abo fürs Fitnessstudio getrost sparen. Schlagzeugspielen ist ein Ganzkörper-Cardio-Workout vom Feinsten. Damit ist dann genug Energie vorhanden, um die typischen anderen Aufgaben eines Hausbewohners anzugehen – etwa die schweißtreibende Gartenpflege.