Frau am Handy
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Karrierechancen in der Hauptstadt

Das sind die zukunftsträchtigen Branchen

Berlin ist eine lebenswerte Stadt, die auch beruflich eine Menge zu bieten hat. Zwar ist die deutsche Hauptstadt vor allem in der Dienstleistungsbranche führend, aber auch andere Bereiche gewinnen immer mehr an Bedeutung. So entscheiden sich immer mehr Menschen für Telearbeit und mobiles Arbeiten oder werden in der Tourismusbranche aktiv. Auch die Bauwirtschaft in Berlin floriert und die Industrie und das Handwerk erwirtschaften gute Gewinne. Nicht zuletzt ist Berlin für seine Kreativen bekannt und hat daher eine florierende Start-up-Szene zu bieten.

Die Dienstleistungsbranche ist Berlins wichtigster Wirtschaftsmotor

Kein anderer Beschäftigungssektor ist in Berlin so stark ausgeprägt wie die Dienstleistungsbranche. Die Sparte expandiert Jahr für Jahr und spült gutes Geld in die Kassen des Berliner Senats. Das liegt unter anderem daran, dass die Dienstleistungsbranche ein weit gefasster Sektor ist. So gehören neben klassischen Bereichen noch weitere Felder in diesen Wirtschaftszweig:

  • die Gastronomie
  • der Verkehr
  • das Gesundheits- und Sozialwesen
  • Unternehmen für Versicherungsdienstleistungen
  • die öffentliche Verwaltung
  • das Grundstücks- und Wohnungswesen

Diese große Bandbreite sorgt dafür, dass Dienstleister in Berlin sehr gute Karrierechancen haben. Es gibt eine große Nachfrage an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für etablierte Betriebe, aber auch die Startup-Szene ist geprägt von verschiedenen Dienstleistern. Einige fokussieren sich auf die vielen Touristen der Stadt und machen beispielsweise Übernachtungsangebote besonders attraktiv. Andere richten sich verstärkt an die Berliner selbst und sorgen beispielsweise für eine verbesserte Mobilität oder ein breites Angebot an Gaststätten. Aktuell finden in der Branche diverse Umwandlungen statt und eine digitale Transformation ist in nahezu sämtlichen Bereichen des Dienstleistungssektors zu beobachten.

Telearbeit und mobiles Arbeiten – Berlin wird immer digitaler

Die Bedeutung der Digitalisierung für die Berliner Wirtschaft zeigt sich unter anderem an der Art und Weise, wie gearbeitet wird. So ist das klassische Arbeitsmodell von acht bis 17 Uhr im Unternehmen rückläufig und wird immer häufiger von Arbeitsmethoden wie dem Homeoffice oder der Telearbeit abgelöst. Vielfältige Technologien und Telekommunikationsmedien machen es möglich, von nahezu jedem Ort der Welt aus zu arbeiten und sich hierbei eine größtmögliche Flexibilität zu bewahren. Einige Menschen sind von diesen Möglichkeiten begeistert, weil sie ihnen die Möglichkeit geben, eine optimale Work-Life-Balance hinzubekommen.

Viele Berliner Unternehmen bieten ihren Angestellten die Möglichkeit, gelegentlich in Heimarbeit zu tätig zu werden und nicht zwingend im Büro arbeiten zu müssen. Es gibt aber auch viele Menschen in Berlin, die die Digitalisierung als eigenes Geschäftsmodell entdeckt haben. So gibt es in der Hauptstadt eine große Zahl sogenannter Clickworker, die als Freelancer ausschließlich online ihre Dienste anbieten und die Vorteile der Heimarbeit nutzen.

Der Tourismus ist eine Wachstumsbranche in Berlin

Berlin ist eine weltoffene Stadt, die ganz unterschiedlichen Kulturen und Lebensweisen eine Heimat bietet. Das wird auch von Gästen aus der ganzen Welt goutiert, die Jahr für Jahr in die Bundeshauptstadt reisen. Im Jahr 2019 wurden etwa 34 Millionen Übernachtungen in Berlin verzeichnet, was die große Beliebtheit der Stadt bei Touristen zeigt. Das entspricht einem Anstieg von 3,8 Prozent, wobei gut 45 Prozent der Übernachtungen von ausländischen Gästen getätigt wurden. Das bedeutet, dass die Landeshauptstadt auch bei den Deutschen selbst ein beliebtes Reiseziel ist.

Insgesamt besuchten 2019 etwa 14,0 Millionen Menschen von Außerhalb die Hauptstadt, was einer Steigerung von 3,4 Prozent entspricht. Hierbei sind sowohl inländische als auch ausländische Touristen berücksichtigt. Zahlreiche Anbieter wie Hotels, Gastronomiebetriebe aber auch der öffentliche Personennahverkehr profitieren von dieser Entwicklung und sind daher regelmäßig auf der Suche, nach Fachpersonal und professionellen Mitarbeitern. An dieser Suche nach qualifizierten Angestellten wird deutlich, dass der Tourismus eine Wachstumsbranche ist, die auch in Zukunft relevant für die Hauptstadt sein wird.

Industrie-Arbeiter
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Industrie-Arbeiter

Berlins Bauwirtschaft ist besser als ihr Ruf

Auch wenn die Berliner Bauwirtschaft durch den Skandalflughafen BER in der öffentlichen Wahrnehmung massiv an Reputation eingebüßt hat, so ist die Branche doch nach wie vor als Arbeitgeber äußerst Lohnenswert. Insgesamt gibt es etwas mehr als 550 Baubetriebe in Berlin, die insgesamt rund 64.000 Menschen beschäftigen. Die einzelnen Firmen machen Umsätze in einer Höhe von 4,6 Milliarden Euro und sind somit eine wichtige Stütze der Berliner Wirtschaft. Das gilt sowohl für öffentliche Großprojekte als auch für Privatbauten. Allerdings muss sich zeigen, ob die aktuelle Politik des Berliner Senats, die beispielsweise auf einen Mietendeckel setzt, positive oder negative Auswirkungen auf die Baubranche haben wird.

Noch in den 1990er Jahren sah es um die Bauwirtschaft Berlins deutlich schlechter aus. Viele Projekte mussten eingestampft werden und Investoren zogen sich aus der Hauptstadt zurück. Diese Tendenz ging in den 2000er Jahren nach und nach zurück und seit 2009 werden kontinuierlich mehr Arbeitsstunden in der Branche geleistet. Zudem wachsen die Beschäftigungszahlen in der Baubranche ebenfalls, was zeigt, dass die Branche auch in den kommenden Jahren viel zu tun haben wird.

Meeting im Loft-Büro
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Meeting im Loft-Büro

Kreativ arbeiten in Berlin

Berlin genießt den Ruf, eine besonders kreative und innovative Stadt zu sein. Diesem Ruf wird sie vor allem in der Kreativwirtschaft gerecht. So gibt es in der deutschen Hauptstadt beispielsweise einen gut ausgebauten Buch- und Pressemarkt und es werden jährlich zahlreiche Film- und Fernsehproduktionen realisiert. Unzählige Agenturen und Ateliers aber auch viele Start-ups sind im Bereich Design tätig und die lokale Spielewirtschaft ist deutschlandweit führend. Mit rund 1.900 Unternehmen ist Berlin auch Film-Hauptstadt – es gibt nirgendwo sonst in Deutschland mehr Firmen im Bereich Filmproduktion. Interessierte können somit in Filmen mitwirken, Romane schreiben, Spiele entwickeln oder auf anderen Wegen ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

Zudem ist Berlin eine der wichtigsten Kunststädte Deutschlands und beheimatet über 3.000 professionelle bildende Künstlerinnen und Künstler, so der aktuellste Kultur- und Kreativwirtschaftsindex (2015). Auch die Modewirtschaft ist in Berlin stark vertreten und veranstaltet alljährlich viele Messen, zu denen zahlreiche Besucher kommen. Nicht zuletzt ist Berlins Clubszene stark ausgeprägt, sodass Musiker aus ganz Deutschland und der Welt hier gerne tätig werden. Professionelle Musiker haben hier die Möglichkeit, in einer Vielzahl von Studios tätig zu werden und ihre Musik einem vielfältigen und begeisterungsfähigen Publikum zu präsentieren.

Sich selbst in der Berliner Industrie verwirklichen

Berlin hat vielleicht nicht so viele Industriebetriebe wie Nordrhein-Westfalen oder andere Bundesländer, aber auch hier sind zahlreiche Industriebetriebe angesiedelt. Vor allem die chemische Industrie und die elektrotechnische Industrie haben die Hauptstadt für sich entdeckt. Zudem setzen viele Unternehmen aus dem Bereich erneuerbare Energien auf den Standort Berlin und auch der Maschinen- und Anlagenbau ist hier stark vertreten.

Des Weiteren ist Berlin für seine Ernährungsindustrie bekannt und hat auch in Sachen Fahrzeugbau einiges zu bieten. Die Metallindustrie ist hier vertreten und auch die optische Industrie ist mit einer großen Zahl an Betrieben präsent. Im Rahmen der Digitalisierung finden in diesen unterschiedlichen Branchen aktuell Umwälzungsprozesse statt, aufgrund derer eine große Zahl neuer Mitarbeiter gesucht wird. Aber auch klassische Industriemitarbeiter sind in Berlin nach wie vor stark gefragt.

Das Handwerk in Berlin hat große Bedeutung

Das Handwerk hat einen guten Stand in Berlin und ist mit einer großen Zahl an Unternehmen vertreten. Beispielsweise hat die Handwerkskammer mehr als 30.000 Mitglieder und ist für knapp 10.000 Auszubildende die berufliche Heimat. Eine große Herausforderung des Handwerks liegt aktuell in der Fachkräftesicherung. Denn immer wieder zieht es Menschen in andere Bundesländer, weil hier besonders attraktive Arbeitgeber ansässig sind oder die Bezahlung besonders gut ist. Deswegen kämpft das Handwerk aktuell händeringend um gute Leute. Wer in diesem Bereich tätig ist, hat in Berlin somit eine gute Verhandlungsbasis und kann mit den eigenen Stärken auftrumpfen.

Berlin setzt sich stark dafür ein, das Handwerk zu unterstützen und hat ein „Aktionsprogramm Handwerk“ ins Leben gerufen. Dieses hilft unter anderem dabei, verschiedene Digitalmaßnahmen umzusetzen und sich mit den eigenen Geschäftsmodellen auf die Zukunft vorzubereiten. Zudem müssen die verschiedenen Unternehmensprozesse der einzelnen Handwerksbetriebe regelmäßig modernisiert und zeitgemäße Maschinen angeschafft werden. Somit ist das Handwerk eine zukunftsorientierte Branche, die aktuell viele Mitarbeiter sucht und auch in Zukunft einen hohen Bedarf an kompetenten und qualifizierten Angestellten haben wird.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit unserem externen Redakteur Lukas Neumann