Das Interview Silbermond - Nichts passiertJugend in der Kleinstadt Bautzen, 1998 ein Bandwettbewerb bei dem sich die Richtigen finden, unheimlich viele Konzerte, einige Nachwuchspreise und schließlich als Lohn des Fleißes der erste Plattenvertrag. Das Debutalbum "Verschwende deine Zeit" erscheint 2004. Stefanie Kloß, Johannes und Thomas Stolle und Andreas Nowak sind nicht mal 20, ziemlich überwältigt und lernen jede Menge über den Musikzirkus und sich selbst.
Auf "Laut gedacht", das 2006 veröffentlicht wird, wollen die Vollblutmusiker ihre Erfahrungen nutzen und schreiben mit Feuereifer Songs, die richtig rocken sollen. Sie wollen beweisen, dass sie keine Eintagsfliegen sind und schaffen es tatsächlich, unter anderem mit "Das Beste", nicht nur ehrlich zu bleiben - sondern ganz nebenbei eine zeitlose Hymne zu komponieren. Wenn so etwas gelingt, ist die Tatsache, dass Album und Single von 0 auf 1 in die Charts stürmen und in den folgenden Jahren der Weg von Silbermond mit Preisen zuhauf gepflastert werden wird, wunderbar - aber kein Grund abzuheben. Es dauert eine Weile diese Tour de Force in Sachen Traum-Erfüllung zu verarbeiten. Zum ersten Mal gönnen sich Silbermond eine Pause und reflektieren was mit ihnen passiert ist. Jetzt gilt es noch mehr als sonst ein Album für sich selbst zu machen. Eines, das höchsten Ansprüchen - nämlich vor allem den eigenen - genügt. Indem Steff, Johannes, Thomas und Nowi sich auf ihre Stärken konzentrieren, einfach Musik machen und sich soviel Zeit nehmen wie sie brauchen, befreien sie sich vom Druck der Erwartungshaltungen und Erfolgsquoten. 2008 entsteht in 6 Monaten "Nichts passiert" - ein Album, das für die Band vor allem Freiheit bedeutet. Unbeschwert experimentieren sie mit Beats und Genres; laden sich Künstler ein, die ihnen etwas bedeuten und sind am Ende richtig stolz auf 14 Songs, die sich trauen die Wahrheit auszusprechen. Das es nämlich schlicht aber wahrhaftig ist, wenn man sich wünscht, dass auf Worte Taten folgen und perfekte Momente für immer bleiben. Das es schrecklich und gleichzeitig schön ist wenn "Nichts passiert".
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